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Heute, am 1. Juni, feiern wir den Internationalen Kindertag. An diesem Tag finden für gewöhnlich viele Feste und bunte Events für Kinder statt. Wegen der Corona-Pandemie müssen die meisten Feiern dieses Jahr ausfallen oder sehen etwas anders aus als sonst. Das FEZ-Berlin zum Beispiel überträgt am frühen Abend ein Kindertags-Konzert per Livestream

Doch neben Polonaise, Kinderschminken und Bonbon-Regen steht am Kindertag eigentlich auch ein ernsteres Thema im Mittelpunkt: Kinderrechte. Wir bei Librileo finden Partys super und haben heute auch eine bunte Girlande aufgehängt. Doch zumindest für einige Minuten wollen wir jetzt darauf schauen, wie es um die Bildungs- und Chancengleichheit in Deutschland steht. 

 

Kindertag feiern wir in Deutschland gleich zweimal

 

Der Internationale Kindertag am 1. Juni ist nicht zu verwechseln mit dem Weltkindertag. Diesen feiern wir in Deutschland jedes Jahr am 20. September. Beide Tage wurden von den Vereinten Nationen (UN) ins Leben gerufen. Dass es gleich zwei sind, liegt an der früheren Teilung von Deutschland und dem Rest der Welt in zwei Lager. Seit 1950 gab es in der DDR den Internationalen Kindertag und seit 1954 den Weltkindertag in der BRD. Dank der Wiedervereinigung feiern wir Kinder und ihre Rechte nun also gleich zweimal im Jahr! Die Tage werden nicht nur zum Anlass genommen, um Partys steigen zu lassen und die Kinder zu beschenken. Kinderrechtsorganisationen nutzen sie außerdem, um auf die Interessen der Jüngsten aufmerksam zu machen, indem sie beispielsweise demonstrieren gehen.

 

Die 10 wichtigsten Kinderrechte

 

UNICEF, das Kinderhilfswerk der UN, hat vor 31 Jahren Rechte formuliert, die für alle Kinder auf der Welt gelten. Die zehn wichtigsten sind die Rechte auf:

  1. Gleichheit
  2. Gesundheit
  3. Bildung
  4. Spiel und Freizeit
  5. freie Meinungsäußerung und Beteiligung
  6. gewaltfreie Erziehung
  7. Schutz im Krieg und auf der Flucht
  8. Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung
  9. elterliche Fürsorge
  10. besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung

Wir bei Librileo haben uns besonders die Rechte auf Gleichheit, Bildung und Teilhabe auf die Fahnen geschrieben. 

 

Geringes Einkommen, geringe Bildungschancen

 

Nach dem Deutschen Kinderhilfswerk lebt ungefähr jedes fünfte Kind in Deutschland in Armut. Das geringe Einkommen der Eltern führt meist zu schlechteren Bildungschancen, einer mangelhaften Gesundheit oder einem geringen Selbstwertgefühl und Scham. Die Wahrscheinlichkeit, einen guten oder im schlimmsten Fall gar keinen Schulabschluss zu machen, hängt stark vom familiären Hintergrund ab. Von Gleichheit, dem ersten der zehn wichtigsten UN-Kinderrechte, kann also leider keine Rede sein. Kinder aus einem ärmeren Elternhaus gehen viel seltener aufs Gymnasium als Kinder von Besserverdienern. Gleichzeitig ist Bildung ein zentraler Weg raus aus der Armut. Das Deutsche Kinderhilfswerk verteilt jedes Jahr bis zu 2000 Schulranzen an Kinder aus einkommensschwachen Familien. Die Rucksäcke sind gefüllt mit Arbeitsmaterialien, die sich die Eltern nicht leisten können. Mit der Aktion soll die Chancengleichheit in Deutschland verbessert werden. 

Doch leider beginnt die Ungleichheit schon lange vor der Einschulung und Stifte, Federmäppchen und Brotdosen sind lange nicht alles, was die Kinder brauchen um wirklich gleichgestellt zu sein. 

 

Lesen als Schlüssel zu Lern- und Bildungserfolgen 

 

Denn Kinder, die in Armut aufwachsen, haben nicht nur weniger materielle Dinge. Sie kennen bis zu ihrem vierten Lebensjahr auch durchschnittlich 30 Millionen Worte weniger als andere Kinder in ihrer Altersgruppe. Ein zentraler Grund dafür ist, dass Kinderbücher in einkommensschwachen Familien oft keine oder nur eine kleine Nebenrolle spielen. Durch den Rückstand fällt es den betroffenen Kindern schwer, beim Lesen und Schreiben Lernen mitzukommen. Wenn sie eingeschult werden, haben ihre Klassenkameraden sie in der Entwicklung nämlich schon um etwa zwei Jahre abgehängt. Gerade weil die ersten Jahre ausschlaggebend für die späteren Lern- und Bildungserfolge sind, muss man der Ungleichheit etwas entgegensetzen! 

 

Alle Kinder brauchen Bücher!

 

Librileo hat deswegen ein Leseförderprogramm ins Leben gerufen, das sich speziell an einkommensschwache Familien richtet. Über das Bildungs- und Teilhabepaket können Empfänger von Hartz IV und anderen Sozialleistungen die Librileo-Mitgliedschaft vom Jobcenter übernehmen lassen. Mit den Bücherboxen und Lesestunden wollen wir Kinderbücher und Vorlesen zu einem ganz selbstverständlichen Ritual in allen Familien in Deutschland machen. Denn: Alle Kinder brauchen Bücher! Für ihre Bildung, für Chancengleichheit und weil es ihr gutes Recht ist.

Dafür kämpfen wir nun schon seit fünf Jahren und es gibt noch viel zu tun. Der heutige Internationale Kindertag ist ein wichtiger Anlass, um auf Kinderrechte hinzuweisen. Das Thema ist aber auch an allen anderen Tagen im Kalender brandaktuell! Darum schneiden wir zwar heute auch den ein oder anderen Kindertags-Kuchen an. Doch heute, morgen und an allen folgenden Tagen kämpfen wir mit unserem Programm auch für die Rechte auf Gleichheit, Bildung und Teilhabe!