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Ab Montag (27. April) gilt in allen Bundesländern in Deutschland eine Maskenpflicht als Maßnahme gegen das Coronavirus. In Läden und im Nahverkehr muss dann ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. In Berlin galt die Pflicht zunächst nur in den Öffis von BVG und Co., wurde wenige Tage später aber auch auf den Einzelhandel ausgeweitet. Dass medizinische Atemschutzmasken seit Wochen knapp und daher dem Klinikpersonal vorbehalten sind, sollte jeder mitverfolgt haben. Auch über die eine oder andere Anleitung zum Selbermachen seid ihr vielleicht schon gestolpert. In all der Informationsflut kann man schnell einmal den Überblick verlieren und wenn ihr kleinere Kinder habt, seid ihr vielleicht zusätzlich verunsichert: Gilt die Maskenpflicht auch für sie? Wir haben für euch einige Hinweise zur Maskenpflicht und zum Schutz eurer Kinder sowie verschiedene Anleitungen zum Selbermachen zusammengestellt. 

 

Was kann eine selbstgemachte Maske, was nicht?

 

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass eine selbstgemachte Maske, ob aus Stoff oder Papier, keinesfalls an die Qualität einer medizinischen Maske herankommt. Sie dient vielmehr als Notfall-Lösung und wird daher auch Behelfsmaske oder Behelf-Mund-Nasen-Schutz (BMNS) genannt. Der entscheidende Unterschied zu einer professionellen Maske: Sie filtert keine Viren aus der Luft, die du einatmest. Daher kann sie dich nicht vor einer Infektion schützen. Dafür sinkt das Risiko, dass du die Menschen in deiner Umgebung ansteckst, solltest du bereits infiziert sein. Durch die Maske werden nämlich beim Ausatmen weniger Tröpfchen an die Luft abgegeben. 

Es ist wichtig, dass du auch mit Maske im Gesicht weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln einhältst. Pass vor allem beim Auf- und Absetzen der Maske auf, dass du dir nicht ins Gesicht fasst – sonst kann die Maßnahme nämlich kontraproduktiv sein. Außerdem solltest du die Maske nach jedem Tragen bei mindestens 90 Grad waschen, sie auskochen oder wegschmeißen, sollte es sich um eine Einmal-Variante handeln. 

 

Wie schütze ich meine Kinder?

Die Regelungen für Kinder unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Während die Maskenpflicht mancherorts schon für die ganz Kleinen gilt, treffen andere Länder, darunter Berlin, dazu gar keine Aussage. Informiert euch am besten über die Vorschriften, die bei euch gelten. Allgemein lässt sich sagen, dass ihr eure Kinder, vor allem wenn sie noch im Kindergartenalter sind, möglichst gar nicht in Situationen bringen solltet, wo eine Maske angebracht wäre. Lasst sie beim Einkaufen nach Möglichkeit zu Hause und versucht Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu vermeiden. Gerade bei sehr kleinen Kindern birgt eine Maske die Gefahr, dass sie sich ständig ins Gesicht fassen oder sich mit Schnüren strangulieren. Ihr selbst könnt am besten einschätzen, ob ihr euren Kids das Tragen einer Maske zutraut oder nicht. Um sie zu schützen, könnt ihr auch andere Maßnahmen ergreifen: Tragt selbst eine Maske, wascht euch und euren Kindern besonders häufig die Hände, reinigt und desinfiziert Oberflächen zu Hause gründlich und niest und hustet immer in die Armbeuge. 

Wenn ihr eure Kinder mit Masken ausstatten möchtet, dann findet ihr nachfolgend auch Anleitungen, die extra Größen für Kinder berücksichtigen. 

 

Unterschiedliche Materialien und Schwierigkeitsstufen 

 

Am einfachsten macht ihr es euch natürlich, indem ihr gar keine Maske näht oder bastelt, sondern einfach einen Schlupfschal oder ein Tuch benutzt, das ihr euch bzw. euren Kindern über Mund und Nase zieht. Auch hier gilt natürlich: Nach jedem Tragen heiß waschen!

Wenn ihr eine Maske aus Stoff selbst herstellen möchtet, beachtet zunächst ein paar Kriterien bei der Stoffauswahl. Das Material sollte luftdurchlässig sein, damit ihr noch atmen könnt, und gleichzeitig möglichst dicht, damit viele Tröpfchen aufgefangen werden. Außerdem muss der Stoff kochbar sein, damit ihr die Maske vernünftig waschen könnt. Es bieten sich zum Beispiel Baumwolle, Jersey, Molton oder Leinen an. 

Wenn ihr eine Nähmaschine habt, dann sind die beiden Varianten auf naehfrosch.de für euch vielleicht spannend. Hier könnt ihr zwischen einem halbrunden Modell und einem mit Faltung wählen. Für beide Varianten findet ihr auch Empfehlungen, wie ihr die Größe für eure Kinder anpassen könnt. Hier kommt ihr zu den Anleitungen. Die Maske mit Faltung haben wir schon einmal nachgenäht – hat gut geklappt!

Wenn ihr keine Nähmaschine habt und auch mit der Hand ungern näht, könnt ihr aus einem Stück Stoff trotzdem ratzfatz eine Maske machen. Auf sewsimple.de findet ihr dazu eine Anleitung mit einem Schnittmuster in sieben verschiedenen Größen, angefangen bei Kindern ab drei Jahren. Hier kommt ihr zur Anleitung.

Super simpel sind auch zwei Varianten, die auf moms-blog.de erklärt werden. Bei der einen braucht ihr lediglich ein rechteckiges Tuch und zwei Gummibänder. Bei der zweiten handelt es sich um eine Einmal-Maske aus Papier. Ihr braucht dafür Küchenpapier, ein Taschentuch, Locher, Tacker, breites Klebeband und vier Gummibänder. Die Bastelanleitungen findet ihr hier. Um die Masken für eure Kinder nachzubasteln bzw. -nähen, könnt ihr die Maße immer pi mal Daumen auf 70 Prozent verkleinern.

 

Zeigt Gesicht, tragt Maske!

Vielleicht wird es uns in Zukunft immer wieder ein wenig nerven, an belebten Plätzen eine Maske tragen zu müssen. Vielleicht ist es momentan auch ein weiterer Stressfaktor, sich um Mund-Nasen-Schutz für die ganze Familie kümmern zu müssen. Versucht euch einfach vor Augen zu halten, wofür wir das tun: Auch wenn die Behelfsmasken uns selbst nicht schützen, so können wir immerhin das Risiko für die Menschen um uns herum senken. Wenn ihr eine Maske tragt, ist es also auch ein Zeichen von Respekt, weil euch die Gesundheit des Gegenüber nicht egal ist. Je mehr Menschen sich an die bald geltende Maskenpflicht halten, desto besser für uns alle!